Wettarten · Doppelte Chance
Die Doppelte Chance: 1X, X2 und 12 mit vollständiger Rechnung
Zwei von drei Ausgängen in einem Schein – und ein Preis, der sich exakt aus dem Dreiweg-Markt ergibt.
1X deckt Heimsieg und Unentschieden ab. Aus den Einzelquoten 2,05 und 3,40 folgt eine abgedeckte Wahrscheinlichkeit von 78,2 % – im Beispiel bezahlt mit einer Quote von 1,28.
Die drei Varianten und ihre Deckung
Eine Partie mit Dreiweg-Markt hat drei Ausgänge: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Die Doppelte Chance fasst jeweils zwei davon zusammen. Damit bleibt genau ein Ausgang, der den Schein verliert.
| Auswahl | Gewinnt bei | Verliert bei | Quote | Implizit |
|---|---|---|---|---|
| 1X | Heimsieg oder Unentschieden | Auswärtssieg | 1,28 | 78,1 % |
| X2 | Unentschieden oder Auswärtssieg | Heimsieg | 1,72 | 58,1 % |
| 12 | Heimsieg oder Auswärtssieg | Unentschieden | 1,29 | 77,5 % |
Von den drei Auswahlen deckt jede genau zwei Ausgänge ab, und jeder Ausgang kommt in zwei Auswahlen vor. Wer alle drei zugleich hielte, hätte jeden möglichen Endstand doppelt belegt – ein Bild, das die Rechnung anschaulich macht: die Doppelte Chance verkauft keine zusätzliche Information, sondern eine andere Aufteilung derselben.
Die Summe der drei impliziten Wahrscheinlichkeiten liegt hier über 200 Prozent, und das ist kein Fehler: jeder Ausgang der Partie ist in zwei der drei Auswahlen enthalten, also wird jede Wahrscheinlichkeit doppelt gezählt.
Herleitung: wie die Quote aus dem Dreiweg-Markt entsteht
Die Doppelte Chance ist kein eigener Markt mit eigener Einschätzung, sondern eine Umrechnung. Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten der beiden abgedeckten Ausgänge, erhält man die Wahrscheinlichkeit der Auswahl; ihr Kehrwert ist die Quote.
1 / 2,05 + 1 / 3,40=78,2 %abgedeckt von 1X
1 / 78,2 %=1,28daraus folgende Quote
Der im Beispiel angebotene Wert von 1,28 liegt geringfügig unter diesem Ergebnis. Der Unterschied ist die Rundung und der Aufschlag, den der Dreiweg-Markt mit 6,8 % bereits trägt – die Doppelte Chance erbt ihn, weil sie aus denselben Quoten abgeleitet ist.
Für die beiden anderen Auswahlen geht die Rechnung genauso. X2 fasst Unentschieden und Auswärtssieg zusammen: 1 / (58,0 %) ergibt 1,72, angeboten sind 1,72. Für 12 aus Heim- und Auswärtssieg folgt 1,29 gegen angebotene 1,29. Alle drei Werte liegen damit dicht an der Herleitung, und genau das ist zu erwarten, wenn beide Märkte aus einer Hand kommen.
Rechenbeispiel: was die Absicherung kostet
| Auswahl | Quote | Bruttoauszahlung | Gewinn | Verliert bei |
|---|---|---|---|---|
| Heimsieg (1) | 2,05 | 20,50 € | 10,50 € | Unentschieden und Auswärtssieg |
| Heimsieg oder Unentschieden (1X) | 1,28 | 12,80 € | 2,80 € | nur Auswärtssieg |
Die Absicherung gegen das Unentschieden kostet in diesem Beispiel 7,70 € an möglicher Auszahlung. Ob das angemessen ist, hängt allein davon ab, wie wahrscheinlich das Unentschieden tatsächlich ist – und diese Einschätzung liefert keine Quote, sondern nur eine Preisangabe.
Doppelte Chance oder „Unentschieden, keine Wette“
Wer das Remis nicht verlieren will, hat neben 1X einen zweiten Markt zur Auswahl, der in deutschen Programmen meist „Unentschieden, keine Wette“ heißt und international Draw No Bet. Er behandelt das Unentschieden anders: 1X gewinnt dabei, Draw No Bet zahlt nur den Einsatz zurück. Weil das Remis damit weniger wert ist, fällt die Quote höher aus als bei der Doppelten Chance.
Auch diese Quote lässt sich aus dem Dreiweg-Markt herleiten. Man nimmt die Heimquote und streicht den Anteil, den das Unentschieden am Markt hat: 2,05 × (1 − 1 / 3,40) ergibt 1,45. Angebotene Werte weichen davon etwas ab, weil jeder Anbieter den Markt mit eigenem Aufschlag stellt; für den Vergleich reicht die Herleitung.
| Endstand | 1X zu 1,28 | Keine Wette zu 1,45 | Heimsieg zu 2,05 |
|---|---|---|---|
| Heimsieg | 12,80 € | 14,47 € | 20,50 € |
| Unentschieden | 12,80 € | 10,00 € | 0,00 € |
| Auswärtssieg | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € |
Die drei Spalten sind drei Abstufungen derselben Meinung, dass die Heimmannschaft nicht verliert. Die Doppelte Chance macht das Remis zum Gewinn, der Draw-No-Bet-Markt zum Nullsummenfall und die reine Siegwette zum Verlust; dafür steigt die Auszahlung beim Heimsieg von 12,80 € über 14,47 € auf 20,50 €. Keine der Spalten ist günstiger als die andere, solange alle drei Quoten aus demselben Markt stammen – sie verteilen denselben Aufschlag nur auf andere Endstände.
Ein Detail für den Wettschein: Wird die Draw-No-Bet-Auswahl in einer Kombiwette zurückgezahlt, rechnet sie in der Regel mit der Quote 1,00 weiter, und die übrigen Auswahlen bleiben bestehen. Bei der Doppelten Chance tritt dieser Fall nicht auf, weil das Remis dort schlicht ein Treffer ist.
Wann die Doppelte Chance rechnerisch passt
- 1X oder X2 passen, wenn ein Favorit vermutet wird, das Remis aber als reale Möglichkeit gilt – etwa in Partien mit vorsichtiger Spielweise.
- 12 passt, wenn ein Remis als unwahrscheinlich gilt; die Auswahl verliert ausschließlich bei diesem Ausgang.
- In Kombinationen hält sie die Trefferwahrscheinlichkeit des Scheins hoch, weil jede Teilauswahl mehr Ergebnisse abdeckt.
Beim letzten Punkt lohnt ein genauer Blick, weil sich der Aufschlag dort vervielfacht. Ohne Marge wäre 1X in der Beispielpartie 1,37 wert, angeboten sind 1,28. Drei solche Auswahlen in einer Kombination ergeben eine Gesamtquote von 2,10 statt 2,55; der Schein zahlt damit nur noch 82,4 % dessen, was die bereinigten Wahrscheinlichkeiten hergäben. Bei einer einzelnen Doppelten Chance fällt der Abstand kaum auf, in der Kombination ist er fast ein Fünftel.
Eine höhere Trefferquote ist kein Vorteil, wenn die Quote sie vollständig einpreist. Die Doppelte Chance verschiebt nur die Verteilung: häufiger kleine Auszahlungen statt seltener großer. Die Marge des Marktes bleibt unverändert – sie ist dieselbe wie im Dreiweg-Markt, aus dem die Quote abgeleitet ist.
Häufige Fragen
Was ist eine Doppelte Chance?
Eine Wette, die zwei der drei möglichen Ausgänge einer Partie abdeckt. 1X trifft bei Heimsieg und Unentschieden, X2 bei Unentschieden und Auswärtssieg, 12 bei jedem Sieger, aber nicht beim Unentschieden. Der Schein gewinnt, sobald einer der beiden abgedeckten Ausgänge eintritt.
Wie berechnet sich die Quote der Doppelten Chance?
Aus den Wahrscheinlichkeiten der abgedeckten Ausgänge. Addiert man die impliziten Wahrscheinlichkeiten der beiden Einzelausgänge und bildet den Kehrwert der Summe, ergibt sich die Quote der Doppelten Chance. Weil zwei Ausgänge abgedeckt sind, liegt sie deutlich unter der niedrigsten Einzelquote.
Ist die Doppelte Chance sicherer als eine Siegwette?
Sie trifft häufiger, weil sie mehr Ergebnisse abdeckt – aber sie zahlt entsprechend weniger. Im Beispiel sinkt die Quote von 2,05 auf 1,28, während die implizite Wahrscheinlichkeit von 48,8 auf 78,1 Prozent steigt. Beide Zahlen stammen aus derselben Einschätzung; ein Vorteil entsteht daraus nicht.
Wann ist 12 die passende Auswahl?
Wenn ein Unentschieden als unwahrscheinlich gilt, die Richtung des Siegs aber offen ist. 12 deckt Heim- und Auswärtssieg ab und verliert nur beim Remis. Im Beispiel liegt die Quote bei 1,29, weil das Unentschieden mit 29,4 Prozent bewertet ist.
Gibt es die Doppelte Chance auch in anderen Sportarten?
Nur dort, wo ein Unentschieden möglich ist – also vor allem im Fußball und in anderen Sportarten mit Dreiweg-Markt. Im Tennis oder Basketball, wo der Sieger regulär immer feststeht, hat der Markt keinen Gegenstand.
Wie wirkt die Doppelte Chance in einer Kombiwette?
Wie jede andere Auswahl: die Quoten multiplizieren sich. Weil die Einzelquoten niedrig sind, wächst die Gesamtquote langsamer als bei Siegwetten – die Trefferwahrscheinlichkeit des Scheins bleibt dafür höher. Die Marge des Dreiweg-Marktes steckt in jeder dieser Quoten und multipliziert sich mit.