Wettarten · Systemwetten
Systemwetten: Erklärung, Rechner und Beispiele mit jeder Kombination
Eine Systemwette 2 aus 3 verteilt denselben Einsatz auf alle Zweierkombinationen einer Auswahl – ein Schein mit mehreren Zwischenständen statt zwei.
Eine Systemwette 2 aus 3 bildet drei Kombinationen. Bei 12,00 € Gesamteinsatz sind das 4,00 € je Kombination. Treffen zwei von drei Auswahlen, zahlt genau eine Kombination aus – im Beispiel 11,20 € gegen 12,00 € Einsatz, also −0,80 €.
Erklärung: was eine Systemwette ausmacht
Systemwetten sind der Versuch, die Alles-oder-nichts-Logik einer Kombiwette aufzuweichen. Statt einer einzigen Kombination aus allen Auswahlen werden alle Kombinationen einer festen Größe gebildet: bei einer Systemwette 2 aus 3 also alle Zweierpaare aus drei Auswahlen. Der Gesamteinsatz verteilt sich gleichmäßig auf diese Kombinationen, und jede wird für sich abgerechnet.
Wer Systemwetten berechnen will, braucht deshalb nur vier Zahlen: die Quoten der Auswahlen, die Systemgröße, den Gesamteinsatz und die Angabe, welche Auswahlen getroffen haben. Alles andere ergibt sich daraus – die Kombinationszahl aus der Systemgröße, der Einsatz je Kombination aus der Aufteilung, die Auszahlung aus den Quotenprodukten der getroffenen Kombinationen.
Damit ändert sich die Form des Ergebnisses. Eine Kombiwette kennt zwei Zustände, gewonnen oder verfallen. Ein System kennt so viele Zwischenstände, wie es Kombinationen gibt. Die Erklärung der Mechanik ist damit erschöpft – alles Weitere ist Arithmetik, und die lässt sich nachrechnen.
- Auswahlen. Die einzelnen Wetten, meist mit A, B, C bezeichnet. Jede hat ihre eigene Quote.
- Systemgröße. Die Angabe „k aus n“ nennt, wie viele Auswahlen je Kombination stehen müssen.
- Einsatz je Kombination. Gesamteinsatz geteilt durch die Kombinationszahl.
- Auszahlung. Nur Kombinationen, in denen jede enthaltene Auswahl getroffen hat, zahlen aus.
Systemwetten berechnen: der Rechner
Quoten und Einsatz sind Beispielwerte. Ohne JavaScript zeigt die Seite die Rechnung für 2 aus 3 vollständig.
Wie viele Kombinationen ein System bildet
Die Kombinationszahl folgt dem Binomialkoeffizienten. Für k aus n gilt: n! geteilt durch das Produkt aus k! und (n − k)!. Bei 2 aus 3 ergibt das drei Kombinationen, bei 3 aus 5 zehn, bei 4 aus 6 fünfzehn. Die Zahl steigt schnell, und mit ihr sinkt der Einsatz je Kombination – bei gleichem Gesamteinsatz.
C(3, 2) = 3! / (2! × 1!)=3Kombinationen AB, AC, BC
12,00 € / 3=4,00 €Einsatz je Kombination
| System | Kombinationen | Einsatz je Kombination |
|---|---|---|
| 2 aus 3 | 3 | 4,00 € |
| 2 aus 4 | 6 | 2,00 € |
| 3 aus 4 | 4 | 3,00 € |
| 2 aus 5 | 10 | 1,20 € |
| 3 aus 5 | 10 | 1,20 € |
| 4 aus 5 | 5 | 2,40 € |
| 3 aus 6 | 20 | 0,60 € |
| 4 aus 6 | 15 | 0,80 € |
Die Werte sind gerundet dargestellt; gerechnet wird mit dem ungerundeten Zwischenwert.
Wer in britischen Wettprogrammen liest, trifft auf Systeme mit eigenen Namen, und hinter jedem steht nur eine andere Auswahl von Kombinationsgrößen. Ein Trixie besteht aus drei Auswahlen mit allen drei Zweierkombinationen und der Dreierkombination, zusammen vier Wetten. Ein Patent nimmt dazu die drei Einzelwetten und kommt auf sieben. Der Yankee arbeitet mit vier Auswahlen: sechs Zweier, vier Dreier und eine Viererkombination, also elf Wetten; mit den vier Einzelwetten heißt dasselbe Lucky 15. Die Namen ändern die Rechnung nicht – gezählt wird jede Kombinationsgröße einzeln mit dem Binomialkoeffizienten, und der Einsatz verteilt sich auf die Summe.
Beispiele: eine Systemwette 2 aus 3 in allen acht Mustern
Drei Auswahlen können auf acht Weisen ausgehen. Die folgenden Beispiele rechnen jedes Muster mit den Quoten 1,60, 1,75 und 2,40 und einem Gesamteinsatz von 12 € durch. Die Quotenprodukte sind 2,80 für AB, 3,84 für AC und 4,20 für BC.
| Getroffen hat | Gewonnene Kombinationen | Auszahlung | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| A, B und C | AB, AC, BC | 43,36 € | +31,36 € |
| A und B | AB | 11,20 € | −0,80 € |
| A und C | AC | 15,36 € | +3,36 € |
| B und C | BC | 16,80 € | +4,80 € |
| nur A | keine | 0,00 € | −12,00 € |
| nur B | keine | 0,00 € | −12,00 € |
| nur C | keine | 0,00 € | −12,00 € |
| keine | keine | 0,00 € | −12,00 € |
In der zweiten Zeile gewinnt der Schein – und endet im Minus. Zwei richtige Auswahlen mit niedrigen Quoten reichen bei drei Kombinationen nicht, um den vollen Einsatz zurückzuholen. Ob ein System aufgeht, entscheidet nicht die Zahl der Treffer, sondern das Quotenprodukt der getroffenen Kombinationen gegen den Gesamteinsatz.
Daraus folgt eine Faustregel, die ohne Tabelle auskommt. Bei 2 aus 3 steht auf jeder Kombination ein Drittel des Einsatzes. Trifft genau eine Kombination, ist der Einsatz erst dann zurück, wenn ihr Quotenprodukt mindestens 3,00 beträgt. Im Beispiel verfehlt AB mit 2,80 diese Schwelle knapp, AC mit 3,84 und BC mit 4,20 liegen darüber. Bei 3 aus 4 sind es vier Kombinationen und damit eine Schwelle von 4,00.
Systemwette gegen Kombiwette, mit denselben Quoten
Mit identischen Auswahlen lassen sich beide Formen direkt vergleichen. Die Kombiwette A+B+C hat eine Gesamtquote von 6,72 aus 1,60 × 1,75 × 2,40. Bei 12 € Einsatz sind das 80,64 € mögliche Auszahlung, wenn alle drei Auswahlen treffen – und 0 € in jedem anderen Fall.
Das System 2 aus 3 zahlt im besten Fall 43,36 € aus, also deutlich weniger. Dafür zahlt es in drei weiteren Mustern überhaupt etwas aus, während die Kombiwette dort auf null steht. Es ist derselbe Einsatz, verteilt auf eine andere Verteilung von Ergebnissen; besser oder schlechter ist daran nichts, nur unterschiedlich.
| Ausgang | Systemwette 2 aus 3 | Kombiwette A+B+C |
|---|---|---|
| alle drei getroffen | 43,36 € | 80,64 € |
| zwei getroffen | 11,20 € bis 16,80 € | 0,00 € |
| eine oder keine getroffen | 0,00 € | 0,00 € |
Was nach den Abzügen bleibt
Die Zahlen oben sind Bruttobeträge. Wie viel davon ausgezahlt wird, hängt vom Rechenwerk des Anbieters ab: Abzug beim Platzieren, Abzug von der Auszahlung oder Übernahme der Sportwettensteuer. Der gesetzliche Satz liegt bei 5,3 Prozent auf den Einsatz abzüglich der Steuer selbst, wirtschaftlich rund 5,03 Prozent des gezahlten Betrags.
Wer Systemwetten berechnen möchte, sollte den Abzug deshalb von Anfang an mitführen und nicht erst auf die Auszahlung anwenden. Bei einer Systemwette betrifft ein Abzug beim Platzieren den gesamten Einsatz, also auch die Kombinationen, die später nichts auszahlen. Wer das nachrechnen will, findet die vier Beispielmodelle mit Formel und Gesetzesfundstelle unter Wettsteuer, und die Umrechnung einzelner Quoten im Quotenrechner.
Häufige Fragen
Was ist eine Systemwette?
Eine Systemwette ist ein Wettschein, der nicht eine einzige Kombination enthält, sondern alle Teilkombinationen einer festen Größe. Bei einer Systemwette 2 aus 3 werden aus drei Auswahlen alle drei Zweierkombinationen gebildet und der Gesamteinsatz gleichmäßig auf sie verteilt. Der Schein kann dadurch teilweise gewinnen.
Wie viele Kombinationen entstehen bei 3 aus 5?
Zehn. Die Zahl folgt dem Binomialkoeffizienten: 5! geteilt durch (3! × 2!) ergibt 10. Bei 2 aus 4 sind es sechs, bei 4 aus 6 fünfzehn Kombinationen. Jede Kombination erhält denselben Anteil des Gesamteinsatzes, sofern nicht anders aufgeteilt wird.
Wie wird der Einsatz auf die Kombinationen verteilt?
Im Standardfall gleichmäßig: Gesamteinsatz geteilt durch die Zahl der Kombinationen. Bei 12 € und drei Kombinationen sind das 4 € je Kombination. Manche Anbieter erlauben stattdessen einen Einsatz pro Kombination – dann ist der Gesamteinsatz das Produkt aus Einsatz und Kombinationszahl, und der Schein wird entsprechend teurer.
Kann eine Systemwette gewinnen und trotzdem ein Minus ergeben?
Ja, und das ist der häufigste Fall. Im Beispiel dieser Seite zahlt die getroffene Kombination AB 11,20 € aus, während der Gesamteinsatz 12 € beträgt – es bleibt ein Minus von 0,80 €. Eine gewonnene Kombination ist eine Auszahlung, kein Ergebnis; gerechnet wird immer gegen den vollen Einsatz.
Was ist der Unterschied zwischen Systemwette und Kombiwette?
Die Kombiwette ist eine einzige Kombination: alle Auswahlen müssen aufgehen, sonst verfällt der Schein. Im Beispiel wären 12 € auf die Kombiwette A+B+C bei einer Gesamtquote von 6,72 eine mögliche Auszahlung von 80,64 € – oder null. Die Systemwette kauft mit einem niedrigeren Höchstgewinn die Chance auf Teilauszahlungen.
Lohnt sich eine Systemwette gegenüber Einzelwetten?
Rechnerisch ist eine Systemwette nichts anderes als ein Bündel von Kombiwetten mit kleineren Einsätzen. Die Marge des Anbieters steckt in jeder Teilquote und multipliziert sich innerhalb jeder Kombination. Wer den Vergleich sauber ziehen will, rechnet beide Varianten mit denselben Quoten durch – genau dafür ist der Rechner auf dieser Seite gedacht.
Wirkt die Wettsteuer auch bei Systemwetten?
Sie wirkt auf denselben Wege wie bei jeder anderen Sportwette: entweder beim Platzieren auf den Einsatz, bei der Auszahlung auf den Bruttobetrag, oder der Anbieter trägt sie. Bei einer Systemwette betrifft das den gesamten Einsatz, nicht nur die gewonnenen Kombinationen. Die Modelle stehen auf der Seite zur Wettsteuer.
