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Sportarten · Eishockey

Eishockeywetten: 60 Minuten, Verlängerung und Torlinien durchgerechnet

Ein Spiel, zwei Endstände: das Ergebnis nach regulärer Spielzeit und das nach der Entscheidung.

Kurz gerechnet

Der Hauptmarkt im Eishockey wertet die 60 Minuten und hat deshalb drei Ausgänge. Aus 2,30 / 4,10 / 2,55 folgt eine Marge von 7,1 %; der Zweiweg-Markt einschließlich Verlängerung trägt 5,0 %.

Zwei Siegermärkte, die leicht verwechselt werden

Eishockeywetten haben eine Eigenheit, die es im Fußball nicht gibt: derselbe Sieger kann in zwei verschiedenen Märkten mit sehr unterschiedlichen Quoten stehen. Der Standardmarkt wertet das Ergebnis nach 60 Minuten, also vor Verlängerung und Penaltyschießen. Endet die reguläre Spielzeit unentschieden, gewinnt dort ausschließlich die Auswahl Unentschieden.

Daneben gibt es den Markt auf den Sieger der Begegnung einschließlich Verlängerung. Er hat zwei Ausgänge, weil am Ende immer eine Mannschaft als Siegerin feststeht. Die Quoten liegen dadurch deutlich niedriger.

Dieselbe Beispielpartie in beiden Siegermärkten, erfundene Quoten
MarktAuswahlQuoteImplizitAuszahlung bei 10,00 €
Sieger 60 MinutenHeim2,3043,5 %23,00 €
Sieger 60 MinutenUnentschieden4,1024,4 %41,00 €
Sieger 60 MinutenAuswärts2,5539,2 %25,50 €
Sieger inkl. VerlängerungHeim1,7856,2 %17,80 €
Sieger inkl. VerlängerungAuswärts2,0548,8 %20,50 €

Torlinien und das Puck-Handicap

Ein dritter Markt sortiert das Spiel nach Dritteln. Jeder der drei Abschnitte wird dort wie eine eigene Partie gewertet, mit eigenem Dreiweg-Markt und eigenen Torlinien; ein Unentschieden ist im einzelnen Drittel deutlich häufiger als über 60 Minuten, weshalb die Quote darauf niedriger liegt als im Hauptmarkt.

Torlinien liegen im Eishockey meist um 5,5. Die halbe Stelle sorgt dafür, dass kein Ergebnis auf der Linie liegen kann – bei 5 Toren trifft Unter, ab 6 trifft Über. Entscheidend ist hier die Frage, ob Tore aus der Verlängerung mitgezählt werden; bei einer Linie, die knapp erreicht wird, entscheidet das über den ganzen Schein.

Zwischen den beiden Siegermärkten besteht ein rechnerischer Zusammenhang. Die Wahrscheinlichkeit für den Sieg einschließlich Verlängerung setzt sich aus dem Sieg nach 60 Minuten und einem Anteil der Unentschieden-Fälle zusammen – bei annähernd gleichen Mannschaften etwa der Hälfte. Wer beide Märkte nebeneinander legt, kann prüfen, ob die Quoten diese Zerlegung widerspiegeln.

Das Puck-Handicap arbeitet mit derselben Mechanik wie das Handicap im Fußball, üblich ist −1,5. Ein Sondereffekt der Sportart wirkt dabei direkt auf die Quote: kurz vor Schluss nimmt die zurückliegende Mannschaft den Torhüter vom Eis, wodurch Tore ins leere Tor häufig den Abstand verändern.

Torlinie 5,5 – erfundene Quoten
AuswahlTrifft beiQuoteImplizit
Über 5,5 Tore6 Tore und mehr1,9551,3 %
Unter 5,5 Tore5 Tore und weniger1,8554,1 %

Der Aufschlag im Vergleich der drei Märkte

Sieger 60 MinutenMarge7,1 %drei Ausgänge

Sieger inkl. VerlängerungMarge5,0 %zwei Ausgänge

Über/Unter 5,5Marge5,3 %zwei Ausgänge

Das Muster wiederholt sich in jeder Sportart: mehr Ausgänge, mehr Aufschlag. Wer zwei Märkte derselben Partie vergleicht, kann diesen Unterschied ohne jede Einschätzung des Spiels ablesen – nachrechnen lässt er sich in zwei Zeilen im Quotenrechner.

Die beiden Siegermärkte nachgerechnet

Der Zusammenhang zwischen dem 60-Minuten-Markt und dem Markt inklusive Verlängerung lässt sich mit den Beispielquoten Schritt für Schritt prüfen. Zuerst wird der Dreiweg-Markt von seinem Aufschlag befreit, indem jede implizite Wahrscheinlichkeit durch die Summe von 107,1 % geteilt wird. Dann wird das Unentschieden nach 60 Minuten je zur Hälfte auf beide Seiten verteilt – die Annahme gleich starker Mannschaften in Verlängerung und Penaltyschießen.

Vom Dreiweg-Markt zum Sieger inklusive Verlängerung, Beispielquoten
SchrittHeimUnentschiedenAuswärts
Nach 60 Minuten, bereinigt40,6 %22,8 %36,6 %
Unentschieden halbiert verteilt52,0 %–48,0 %
Faire Quote daraus1,92–2,08
Angeboten im Beispiel1,78–2,05

Verteilt man den Aufschlag des Zweiweg-Marktes von 5,0 % gleichmäßig auf beide Seiten, ergäben sich 1,83 für die Heim- und 1,98 für die Auswärtsseite. Angeboten sind 1,78 und 2,05: Die Heimseite ist knapper bepreist, die Auswärtsseite großzügiger. Entweder hält der Anbieter die Heimmannschaft in Verlängerung und Penaltyschießen für stärker, oder er hat den Aufschlag ungleich verteilt. Die Rechnung zeigt die Abweichung, erklären kann sie sie nicht.

Dieselbe Frage stellt sich bei jeder abgeleiteten Wette. Auch die Doppelte Chance bezieht sich im Eishockey in aller Regel auf die 60 Minuten; eine Auswahl 1X gewinnt also bei einem Unentschieden nach regulärer Spielzeit, selbst wenn die Heimmannschaft danach im Penaltyschießen verliert.

Die Halbierung ist eine Näherung, und wie gut sie passt, hängt vom Regelwerk der Liga ab. In der nordamerikanischen NHL wird in der regulären Saison fünf Minuten mit drei gegen drei Feldspieler verlängert, danach folgt das Penaltyschießen. In den Play-offs gibt es kein Penaltyschießen; dort wird in vollen Dritteln weitergespielt, bis ein Tor fällt.

Regelwerke, die hier den Ausschlag geben

  • Marktbezeichnung lesen. „Sieger“ allein ist zweideutig; erst der Zusatz „60 Minuten“ oder „inklusive Verlängerung“ legt die Abrechnung fest.
  • Verlängerungstore bei Linien. Zählen sie mit, verschiebt sich die effektive Linie nach oben. Diese Angabe steht in der Marktbeschreibung, nicht im Spielbericht.
  • Penaltyschießen. Es liefert ein Siegtor für die Wertung der Begegnung, wird aber in Torlinien üblicherweise nicht wie ein reguläres Tor behandelt.

Hinzu kommen die allgemeinen Vorgaben für Sportwetten in Deutschland: jede angebotene Wette muss vorher nach Art und Zuschnitt behördlich erlaubt sein, und Märkte mit erheblicher Manipulationsanfälligkeit sind unzulässig.

Zu den Zahlen

Die Partie und alle Quoten sind erfunden; sie zeigen den Rechenweg. Diese Seite veröffentlicht keine Quotenlisten und keine Einschätzungen zu realen Spielen.

Häufige Fragen

Warum hat Eishockey drei Ausgänge?

Weil der Standardmarkt das Ergebnis nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten wertet, und die kann unentschieden enden. Wird anschließend verlängert oder ein Penaltyschießen ausgetragen, betrifft das einen anderen Markt: den Sieger der Begegnung einschließlich Verlängerung.

Was unterscheidet „Sieger 60 Minuten“ von „Sieger inklusive Verlängerung“?

Die Zahl der Ausgänge und damit die Quoten. Der 60-Minuten-Markt hat drei Ausgänge, der Markt einschließlich Verlängerung nur zwei, weil dort immer eine Entscheidung fällt. Ein 2:2 nach 60 Minuten gewinnt im ersten Markt nur mit der Auswahl Unentschieden, im zweiten entscheidet die Verlängerung.

Wie hoch sind die Torlinien im Eishockey?

Verbreitet sind Linien um 5,5 Tore, weil in den meisten Ligen fünf bis sechs Tore pro Spiel fallen. Halbe Linien schließen eine Rückzahlung aus. Ob die Tore einer Verlängerung mitzählen, steht in der Marktbeschreibung und verändert eine Linie merklich.

Was ist ein Puck-Handicap?

Ein Handicap auf Tore, meist mit halber Linie wie −1,5. Der Favorit muss dann mit zwei Toren Unterschied gewinnen. Weil ein Empty-Net-Tor kurz vor Schluss den Abstand oft noch verändert, sind die Quoten dieser Märkte besonders beweglich.

Wie rechnet man die Marge im Dreiweg-Markt?

Kehrwerte addieren, 100 Prozent abziehen. Aus 2,30, 4,10 und 2,55 ergibt sich eine Summe von 107,1 % und damit eine Marge von 7,1 %.