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Sportarten · Darts

Dartswetten: Legs, Sets und Handicaps – der Modus macht die Rechnung

Im Darts steht vor jeder Quote eine Formatfrage: wie viele Legs, wie viele Sets, wer beginnt.

Kurz gerechnet

Ein Siegermarkt mit 1,40 und 2,90 trägt 5,9 % Marge. Jede Linie auf Legs hängt am Spielmodus: „best of 11 Legs“ erlaubt höchstens 11, ein Satzformat verändert die Verteilung vollständig.

Der Modus kommt vor der Quote

Dartswetten lassen sich nur rechnen, wenn das Format bekannt ist. „Best of 11 Legs“ bedeutet: wer sechs Legs gewinnt, gewinnt die Partie, und es werden höchstens elf Legs gespielt. In Satzformaten zählt zuerst das Leg innerhalb eines Satzes, dann der Satz – eine Linie auf Legs bezieht sich dann auf eine ganz andere Spannweite.

Ein zweiter Faktor steckt im Anwurf. Wer ein Leg beginnt, braucht bei gleicher Leistung weniger Aufnahmen bis zum Checkout, und in kurzen Formaten wiegt dieser Vorteil schwerer als in langen. Für die Quotenbildung heißt das: in einem „best of 7“ liegt der Außenseiter näher am Favoriten als in einem „best of 21“, weil weniger Legs weniger Raum für Ausgleich lassen.

Daraus folgt eine einfache Regel für die Praxis: erst das Format in der Marktbezeichnung lesen, dann die Linie bewerten. Zwei Angebote mit identischer Linie und unterschiedlichem Modus sind zwei verschiedene Wetten.

Die Märkte einer Partie

Beispielpartie „best of 11 Legs“, erfundene Quoten
MarktAuswahlQuoteImplizitAuszahlung bei 10,00 €
SiegerFavorit1,4071,4 %14,00 €
SiegerAußenseiter2,9034,5 %29,00 €
Handicap −2,5 LegsFavorit mit Vorgabe1,9551,3 %19,50 €
Gespielte LegsÜber 9,51,8055,6 %18,00 €

Handicaps und Leg-Linien hängen dabei zusammen. Ein hohes Handicap auf den Favoriten setzt einen klaren Verlauf voraus, eine hohe Leg-Linie einen knappen – beide Auswahlen gleichzeitig zu halten ist rechnerisch ein Widerspruch, auch wenn jede für sich eine plausible Quote trägt.

Die Linie „über 9,5 Legs“ trifft, wenn die Partie zehn oder elf Legs dauert – also nur bei einem knappen Verlauf. Sie ist damit indirekt eine Wette auf Ausgeglichenheit, nicht auf einen Sieger, und bewegt sich gegenläufig zu einem hohen Handicap auf den Favoriten.

Die Marge der drei Märkte

SiegerMarge5,9 %zwei Ausgänge

Handicap LegsMarge5,3 %zwei Ausgänge

Gespielte LegsMarge5,6 %zwei Ausgänge

Alle drei Märkte haben zwei Ausgänge, und trotzdem unterscheiden sich die Aufschläge. Das ist der praktische Nutzen der Rechnung: sie macht sichtbar, in welchem Markt derselbe Anbieter mehr verlangt. Nachrechnen lässt sich das für beliebige Zahlen im Quotenrechner.

Vom einzelnen Leg zur Partie: was die Distanz mit dem Favoriten macht

Wie stark ein Format den Favoriten begünstigt, lässt sich ausrechnen, wenn man eine Annahme für das einzelne Leg trifft. Angenommen, eine Seite gewinnt jedes Leg mit 55 % – ein leichter, aber stabiler Vorteil. Die Wahrscheinlichkeit, die ganze Partie zu gewinnen, folgt dann der Binomialverteilung: Man zählt alle Verläufe, in denen diese Seite die Mehrheit der Legs holt. Dass eine Partie vorzeitig endet, sobald die Mehrheit erreicht ist, ändert an dieser Zahl nichts.

Leg-Wahrscheinlichkeit 55 %, Siegwahrscheinlichkeit je Format, ohne Aufschlag
FormatLegs zum SiegSieg der PartieFaire Quote
Best of 7 Legs460,8 %1,64
Best of 11 Legs663,3 %1,58
Best of 21 Legs1167,9 %1,47

Aus 55 % pro Leg werden über 21 Legs 67,9 % für die Partie. Längere Formate verstärken jeden Vorteil, weil Zufallslegs sich über die Distanz ausgleichen. Das ist der rechnerische Kern des Satzes weiter oben, dass der Außenseiter in kurzen Partien näher am Favoriten liegt. Die Tabelle rechnet allerdings mit einer Vereinfachung: Sie behandelt jedes Leg gleich, obwohl der Anwurf von Leg zu Leg wechselt und das anwerfende Leg deutlich häufiger gewonnen wird.

Wie lang ein Leg dauert, zeigt der Average, die durchschnittliche Punktzahl pro Aufnahme mit drei Darts. Ein Leg über 501 Punkte ist frühestens nach neun Darts beendet, dem Neun-Darter. Bei einem Average von 100 braucht es rechnerisch fünf Aufnahmen, also etwa 15 Darts; bei 90 sind es knapp sechs Aufnahmen. Für Leg-Märkte ist das die entscheidende Größe, weil eine Seite, die schneller auscheckt, öfter auch ein Leg auf Anwurf des Gegners gewinnt. Zwei Averages nebeneinander sagen deshalb mehr über ein Handicap als jede Tabelle der letzten Ergebnisse.

Satzformate verstärken den Effekt noch einmal. Die PDC-Weltmeisterschaft im Londoner Alexandra Palace wird in Sätzen gespielt, jeder Satz über best of 5 Legs. Ein Leg-Vorteil wird dort zweimal durch die Binomialrechnung geschickt: erst zum Satz, dann zur Partie. Eine Siegerquote aus einem Leg-Format lässt sich deshalb nicht auf eine Partie im Satzmodus übertragen, auch wenn dieselben Namen auf dem Schein stehen.

Grenzen des Wettprogramms

Märkte auf einzelne Vorgänge innerhalb einer Partie sind in Deutschland nicht frei wählbar. Jede Wette braucht die vorherige behördliche Erlaubnis nach Art und Zuschnitt, und Wetten auf Geschehnisse, die ein Teilnehmer willkürlich herbeiführen kann, sind unzulässig. Was im Programm steht, entscheidet damit die Erlaubnislage – nicht die technische Machbarkeit.

Zu den Zahlen

Format, Partie und Quoten dieser Seite sind erfunden. Sie dienen dem Rechenweg; Spielerinnen und Spieler werden nicht benannt und keine realen Begegnungen bewertet.

Häufige Fragen

Welche Märkte gibt es bei Dartswetten?

Der Siegermarkt einer Partie mit zwei Ausgängen, Handicaps auf Legs oder Sets, Über/Unter auf die Zahl der gespielten Legs und die exakte Satzverteilung. In Ligaformaten mit möglichem Unentschieden kommt ein dritter Ausgang hinzu – das nennt die Marktbeschreibung.

Was bedeutet ein Leg-Handicap?

Die begünstigte Seite startet rechnerisch mit einer Zahl von Legs im Rückstand. Bei −2,5 Legs muss sie mit drei Legs Unterschied gewinnen. Weil halbe Linien nicht getroffen werden können, entfällt eine Rückzahlung; bei ganzzahligen Vorgaben ist sie möglich.

Warum ist der Spielmodus so wichtig?

Weil er die Menge der möglichen Ergebnisse festlegt. Ein Format „best of 11 Legs“ erzeugt andere Verteilungen als „best of 7 Sets“, und jede Linie auf Legs hängt unmittelbar daran. Zwei gleich benannte Märkte in verschiedenen Turnieren sind deshalb nicht vergleichbar, solange der Modus nicht derselbe ist.

Wie rechnet man die Marge im Siegermarkt?

Zwei Kehrwerte addieren: aus 1,40 und 2,90 ergibt sich 105,9 %, die Marge liegt damit bei 5,9 %. Der Handicap-Markt derselben Partie trägt 5,3 %.

Sind Märkte auf einzelne Würfe erlaubt?

Nicht pauschal. Jede angebotene Wette muss vorher nach Art und Zuschnitt behördlich erlaubt sein, und Märkte, die in erheblichem Maße manipulationsanfällig sind, sind unzulässig. Ob ein bestimmter Markt im Programm eines Anbieters steht, entscheidet damit nicht der Wunsch, sondern die Erlaubnis.