Sportarten · Boxen
Boxwetten: Siegermarkt, Methodenwetten und Rundenlinien gerechnet
Drei Ausgänge, vier Methoden, eine Rundenlinie – im Boxen zeigt sich, wie die Zahl der Ausgänge den Aufschlag treibt.
Der Siegermarkt trägt im Beispiel 4,5 % Marge, der Methodenmarkt mit vier Ausgängen 4,4 %. Mehr Ausgänge bedeuten höhere Quoten und einen größeren Aufschlag.
Der Siegermarkt mit dem seltenen dritten Ausgang
Ein Boxkampf kann nach Punkten unentschieden enden – deshalb hat der Siegermarkt drei Ausgänge. Die Quote auf das Remis liegt hoch, weil der Fall selten ist, und genau dieser Ausgang wird in Vergleichen häufig übersehen.
| Auswahl | Quote | Implizit | Auszahlung bei 10,00 € |
|---|---|---|---|
| Sieg A | 1,50 | 66,7 % | 15,00 € |
| Sieg B | 3,10 | 32,3 % | 31,00 € |
| Unentschieden | 18,00 | 5,6 % | 180,00 € |
Die Summe der drei impliziten Wahrscheinlichkeiten beträgt 104,5 %. In Programmen mit Zweiweg-Variante fällt das Remis aus der Wertung und führt zur Rückzahlung; die Quoten auf A und B sind dort niedriger, weil ein Ausgang aus dem Markt genommen ist.
Methodenwetten: Sieger und Art des Ausgangs
Die Methodenwette verbindet zwei Fragen zu einer Auswahl. Damit vervielfacht sich die Zahl der Ausgänge, und jede Quote steigt – ebenso der Aufschlag, weil er sich über mehr Felder verteilt.
| Auswahl | Quote | Implizit |
|---|---|---|
| A gewinnt vorzeitig | 2,40 | 41,7 % |
| A gewinnt nach Punkten | 3,20 | 31,3 % |
| B gewinnt vorzeitig | 5,50 | 18,2 % |
| B gewinnt nach Punkten | 7,50 | 13,3 % |
Die Summe liegt hier bei 104,4 % – ohne den Ausgang Unentschieden, der in diesem Markt zusätzlich angeboten wird. Wer Methoden- und Siegermarkt vergleicht, vergleicht nicht zwei Meinungen, sondern zwei Preisniveaus.
Rundenlinien und ihre Zählweise
Über/Unter auf die Zahl der Runden funktioniert wie jede Linie: halbe Stelle, kein Push. Im Beispiel liegt die Linie bei 8,5 Runden mit den Quoten 1,80 und 2,00, was einer Marge von 5,6 % entspricht.
Rundenlinien und Methodenmärkte hängen zusammen. Eine niedrige Rundenlinie unterstellt einen vorzeitigen Abschluss, und dieselbe Annahme steckt in der Quote auf „Sieg vorzeitig“. Wer beide Märkte vergleicht, kann prüfen, ob sie dieselbe Einschätzung tragen – auseinanderlaufende Quoten sind ein Hinweis auf unterschiedliche Rundungen oder unterschiedlich verteilte Aufschläge.
Der wesentliche Unterschied zu Torlinien liegt in der Zählweise einer unvollständigen Runde. Gebräuchlich sind zwei Regeln: eine Runde gilt als absolviert, wenn eine bestimmte Zeit vergangen ist, oder sobald sie begonnen hat. Bei einem Abbruch in der neunten Runde entscheidet allein diese Regel über den Schein.
Wie ein Punkturteil zustande kommt – und wie selten das Remis ist
Geht ein Kampf über die volle Distanz, entscheiden drei Punktrichter. Sie werten nach dem Zehn-Punkte-System, bei dem der Gewinner einer Runde zehn Punkte erhält und der Unterlegene neun; ein Niederschlag kostet in der Regel einen weiteren Punkt, eine klar dominierte Runde kann ebenfalls 10:8 ausfallen. Titelkämpfe der großen Verbände sind auf zwölf Runden angesetzt, das ergibt je Punktrichter eine Karte mit Werten um die 115 Punkte pro Seite.
Das Urteil ergibt sich aus den drei Karten, nicht aus einer Summe. Sehen alle drei denselben Boxer vorn, ist es ein einstimmiger Punktsieg. Sehen zwei ihn vorn und einer den Gegner, ist es eine geteilte Entscheidung. Ein Unentschieden entsteht auf mehreren Wegen: Alle drei Karten sind ausgeglichen, zwei sind ausgeglichen und die dritte nicht, oder je eine Karte sieht einen anderen Sieger und die dritte ist ausgeglichen.
6 Runden 10:9 + 6 Runden 9:10=114:114eine ausgeglichene Karte
7 Runden 10:9 + 5 Runden 9:10=115:113eine Runde Unterschied
1 / 18,00=5,6 %Remis im Beispielmarkt
Die erste Zeile zeigt, wie knapp ein Remis zu erreichen ist, die zweite, wie wenig es davon trennt: Eine einzige anders gewertete Runde macht aus 114:114 ein 115:113. Dass die Quote auf das Unentschieden trotzdem bei 18,00 liegt, hat einen einfachen Grund. Nur ein Teil aller Kämpfe geht überhaupt über die Distanz, und von diesen müssen zusätzlich die Karten passend ausgehen. Eine implizite Wahrscheinlichkeit von 5,6 % für diesen doppelten Zufall ist eher großzügig als knapp bemessen.
Einen Sonderfall bildet der Abbruch nach einem unabsichtlichen Kopfstoß. Kann ein Boxer deshalb nicht weitermachen, entscheiden nach den Regeln der großen Verbände ab einer bestimmten Runde, meist nach der vierten, die bis dahin geführten Punktzettel – eine technische Entscheidung. Davor endet der Kampf ohne Wertung, und Siegerwetten werden dann in der Regel zurückgezahlt.
Für die Abrechnung ist nur das offizielle Urteil maßgeblich. Wird es nachträglich geändert, etwa nach einem Einspruch, richtet sich die Wette in aller Regel nach dem Ergebnis, das bei Kampfende verkündet wurde; die Marktbeschreibung nennt den Zeitpunkt.
Regelwerke und Rahmen
Vor dem Platzieren sind im Boxen drei Angaben zu lesen: die Behandlung eines Unentschiedens, die Zählweise angebrochener Runden und die Regel bei Absage oder Wertungsausschluss. Alle drei stehen beim Anbieter, nicht im Gesetz.
Der gesetzliche Rahmen gilt wie in jeder Sportart: Wetten nur mit vorheriger Erlaubnis nach Art und Zuschnitt, keine Märkte mit erheblicher Manipulationsanfälligkeit, keine Wetten auf regelwidriges Verhalten oder dessen Sanktionierung.
Kämpfer A und B sind Platzhalter, alle Quoten erfunden. Es werden keine realen Sportlerinnen und Sportler benannt und keine Kämpfe bewertet – gezeigt wird der Rechenweg von der Quote zur Auszahlung.
Häufige Fragen
Hat ein Boxkampf drei Ausgänge?
Ja, weil ein Unentschieden nach Punkten möglich ist. Der Siegermarkt führt es als eigenen Ausgang mit meist sehr hoher Quote. Wer das Remis ausschließen will, findet in vielen Programmen einen Zweiweg-Markt, in dem ein Unentschieden zur Rückzahlung führt – das steht in der Marktbeschreibung.
Was ist eine Wette auf die Methode?
Ein Markt, der Sieger und Art des Ausgangs verbindet: Sieg durch KO oder technischen KO, Sieg nach Punkten, Unentschieden. Weil er mehr Ausgänge hat als der Siegermarkt, sind die Quoten höher und der Aufschlag des Anbieters größer.
Wie werden Rundenlinien abgerechnet?
Über/Unter auf die Zahl der gebotenen Runden, oft mit halber Linie wie 8,5. Entscheidend ist die Regel, wie eine abgebrochene Runde gezählt wird – üblich ist die Wertung nach vollen Minuten oder nach Beginn der Runde. Diese Angabe gehört zu den Punkten, die vor dem Platzieren zu lesen sind.
Warum ist die Marge im Methodenmarkt höher?
Weil sich der Aufschlag auf mehr Ausgänge verteilt und jeder davon einzeln gerundet ist. Im Beispiel dieser Seite trägt der Siegermarkt 4,5 % und der Methodenmarkt 4,4 %.
Was passiert bei einer Absage oder einem No Contest?
Findet der Kampf nicht statt, werden Wetten üblicherweise zurückgerechnet; wird er ohne Wertung abgebrochen, richtet sich die Abrechnung nach dem Regelwerk des Anbieters. Für die Sportwettensteuer ist der zurückgezahlte Einsatz ausdrücklich geregelt: er mindert die Bemessungsgrundlage.